Archiv der Kategorie 'Jena'

27.01.’15 [L50] Nachbesprechung der Diskussionsveranstaltung: Argumente gegen PEGIDA

Am kommenden Dienstag geben wir Gelegenheit, die Debatte um PEGIDA und Co., sowie die Einlassungen der amtierenden Parlamentarier und der kritsichen Öffentlichkeit auf Führung und Anhängerschaft der PEGIDA weiter zu besprechen.

Dabei wollen wir in unseren beiden Diskussionsveranstaltungen von Mo. und Di. offen gebliebene Fragen beantworten aber auch mit Interessierten, die Anfang der Woche nicht da waren, erörtern, was es mit den Protesten auf sich hat, worin sie ihren Grund haben und wohlbegründet zu einem Urteil und Argumenten kommen.

Wer sich etwas in die Debatte einhören möchte, kann der Mitschnitt unser Jenaer Veranstaltung dazu nachhören.

Herzliche Einladung für kommenden Dienstag, 27.01.2015, 19:00 Uhr in den offenen Bereich des Hausprojektes der Lassallestr. 50 (nähere Infos unter: [L50]).

Online: Vortrag und Diskussion in EF, 19.01. und J, 20.01.: Argumente gegen Pegida

Die Audioaufzeichnungen unserer Diskussionsveranstaltungen mit Theo Wentzke “Argumente gegen PEGIDA” stehen jetzt in unserem Downloadbereich zur Verfügung.

Denjenigen, die nicht beide Aufzeichungen hören möchten, ist (wegen besserer Qualität) die Aufzeichnung aus Jena empfohlen.

Vortrag- und Diskussion in Erfurt am 19.01. und in Jena am 20.01.: Argumente gegen Pegida

>> Ankündigungstext <<

Online: Vortrag und Diskussion in Jena am 12.6.: Lehren aus der Ukraine-Krise über den Imperialismus der „Friedensmacht“ EU

Die Audioaufzeichnung des von Werner Schweikert am 12.06.2014 in Jena gehaltenen Vortrages “Lehren aus der Ukraine-Krise über den Imperialismus der „Friedensmacht“ EU” ist jetzt bei archive.org hochgeladen und steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Diskussionsveranstaltung in Jena am 20.02.2013: „Das Lehrstück „Blockupy“ – Demonstrationsrecht/Versammlungsfreiheit“

Das Lehrstück „Blockupy“

oder

Wie die Demokratie mit dem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit politischen Änderungswillen verwandelt in die untertänige Äußerung einer beliebigen Meinung

Ort: Umweltbibliothek Jena, Schillergäßchen 5
Zeit: 20.02.2013, (Mittwoch), 18:30 Uhr

Online: Vortrag & Diskussion in Erfurt am 28.11.: „Kritik der Demokratie“

Die Audioaufzeichnung des von Theo Wentzke am 28.11.2012 in Erfurt gehaltenen Vortrages “Kritik der Demokratie” ist jetzt bei archive.org hochgeladen und steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Vortrag- & Diskussion in Jena am 26.11. und Erfurt am 27.11.: Kritik der Demokratie

Kritik der Demokratie

Wer oder was herrscht, wenn Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit herrschen?

1.
Die Demokratie gibt Rätsel auf. Bei Alt und Jung, bei Rechten und bei Linken steht sie in allerbestem Ruf. Man schätzt sich glücklich, in einem demokratischen Staat leben zu dürfen. Diktatur wäre unerträglich. Wo Demokratie fehlt, ist Revolution legitim; Völker in undemokratischen Umständen müssen befreit werden – auch von außen durch westliche Truppen. Demokratie ist ein so hohes Gut, dass sie auch Krieg rechtfertigt.
Im Prinzip jedenfalls. Die Wertschätzung für die feine Staatsform gilt nämlich mehr dem Prinzip als seiner Wirklichkeit: Über reale Wahlen hat der Zeitgenosse eine schlechte Meinung: Er kann „die Parteien kaum unterscheiden“ und „nichts bestimmen“, weil die Gewählten einmal im Amt „sowieso machen, was sie wollen“. Wahlkämpfe verabscheut er, in denen Kandidaten sich in tausend Kleinstädten mal schnell sehen lassen, von Plakatwänden lächeln, Hände schütteln und Kleinkinder küssen; die ganz Alten erinnern sich, dass Kaiser und Hitler, nicht gerade Demokraten, das auch schon konnten. Über seine Abgeordneten, die enorme Diäten kassieren und Bundestagsdebatten schwänzen, die mit der Wirtschaft kungeln und sich nebenher Geldquellen erschließen, denkt der Bürger ebenso schlecht wie über den demokratischen Dialog, den die Medien organisieren: In Talkshows, heißt es, gibt es keine echte Diskussion, da „lassen Politiker nur ihre Phrasen ab“ und üben sich in Selbstdarstellung.
Dennoch, die Wirklichkeit der Demokratie und die schlechte Meinung darüber können ihrem im Prinzip guten Ruf nichts anhaben. Was aber ist ein gutes Prinzip wert, wenn seine Verwirklichung immer enttäuschend ausfällt? Und worin besteht überhaupt das geschätzte Prinzip?

2.
Das griechische Wort Demokratie bedeutet „Herrschaft des Volkes“. Es fragt sich nur, ob da ein genitivus subjectivus oder ein genitivus objectivus vorliegt – oder beides zugleich. Sagen wir, es sei das Volk, das herrscht. Aber über wen? Herrschaft ist ein Verhältnis der Dominierung und des Zwangs, das ein Subjekt und ein Objekt braucht. Bei König und Diktator, bei Oligarchen und Aristokraten ist alles klar: Sie herrschen über das Volk, und das Volk muss gehorchen und ihnen dienen. Aber wenn das Volk herrscht, wer muss dann dienen? Etwa schon wieder das Volk? Und wem dient es? Etwa sich selbst? Verlieren die Worte „Herrschaft“, aber auch „Gehorsam“ und „Dienst“ nicht jeden Sinn, wenn Subjekt und Objekt der Herrschaft identisch sind?
Kürzt sich Herrschaft unter den Bedingungen der Volksherrschaft heraus? Oder verhält es sich in der wirklichen Demokratie mit Subjekt und Objekt der Herrschaft doch komplizierter als das griechische Wort uns sagen will?

3.
Demokraten stören sich nicht an solchen Ungereimtheiten. Sie freuen sich darüber, dass das Volk herrscht, sind aber auch ganz sicher, dass das Volk eine Herrschaft braucht; die auf es aufpasst und es unter Kontrolle hält. Sie halten sich selbst zugleich für Subjekt und Objekt der Obrigkeit und finden es weder seltsam noch kritikwürdig, dass vernünftige Wesen wie sie erst gezwungen werden müssen, ihre Interessen friedlich zu verfolgen. Ihre Interessen? Was für Interessen betätigen sie überhaupt, wenn sie den Gesetzen gehorchen, die im Namen des Volkes erlassen werden? Auch das war bei König und Adel einfacher: Da war Herrschaft nötig, um das Volk zum Dienst an Luxus und Macht der Herrschenden zu zwingen. Das Interesse und sein Mittel lagen klar auf der Hand. Und heute?

Es gibt einiges zu klären über die demokratische Form der politischen Herrschaft; selbstverständlich auch, was sie mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise zu tun hat.

Referent: Theo Wentzke

Ort: Universität Jena, Carl-Zeiss-Str. 3, Hörsaal 7
Zeit: 26.11.2012, (Montag), 18:30 Uhr

Ort: Universität Erfurt, Nordhäuser Str. 63, Hörsaal 4
Zeit: 27.11.2012, (Dienstag), 18:30 Uhr

Diskussionsveranstaltung in Jena am 14.11.: „Konsumenten-Ohnmacht“

Konsumenten-Ohnmacht

Gammelfleisch, Kinderarbeit und verseuchte Umwelt. Wer meint, falsches Konsumverhalten hätte das alles bestellt, übernimmt Verantwortung und setzt auf die Macht der Konsumenten. Aber ob nun Gütesiegel, Homegardening oder Askese – bevor man viel Zeit und Geld investiert, sollte man sich versichern, ob dadurch wirklich abgeschafft wird, was einen zu Recht stört. Dazu ist eine Klärung der Rolle des Konsums im Kapitalismus fällig.

Ort: Umweltbibliothek Jena, Schillergäßchen 5
Zeit: 14.11.2012, (Mittwoch), 18:30 Uhr

Zusätzlich empfehlen wir zu diesem Thema den Artikel Ideologien über Konsum und Konsument in der Marktwirtschaft (Gegenstandtpunkt, Heft 2-10).

Nachbesprechungs- und Diskussionsveranstaltung in Jena am 11.07.: „Neofaschisten und Demokraten Feindliche Brüder!“

Neofaschisten und Demokraten:
Feindliche Brüder!

Diskussionsveranstaltung der Politischen Gruppe Erfurt/Jena zum Vortrag von Prof. Dr. Freerk Huisken: „Der demokratische Schoß ist fruchtbar – Neofaschismus“. Wir bieten den Besuchern des Vortrages Gelegenheit zur Nachbesprechung. Ausdrücklich sind aber auch all jene willkommen, die zwar nicht zum Vortrag waren, dennoch aber am Thema interessiert sind.

Ort: Umweltbibliothek Jena, Schillergäßchen 5
Zeit: 11.07.2012, (Mittwoch), 18:30 Uhr

Vortrag- & Diskussion in Jena am 03.07.12: Neofaschismus

Der demokratische Schoß ist fruchtbar:

Neofaschismus

Wie man ihn kritisiert und wie besser nicht!

Verfassungsschutz, Bundeszentrale für politische Bildung, viele der Volksparteien, aber auch Gewerkschaften und einige Antifa-Bündnisse stellen bei ihrem Kampf gegen Neonazis deren Kleidung vor, decodieren Zahlencodes und benennen rechtsextreme Musiklabels. Diese Art der »Auseinandersetzung« lebt von der Vorstellung, Jugendliche würden sich abwenden, wenn sie nur erkennen könnten, wie Neonazis sich kleiden und welche Mucke sie hören. Weit gefehlt, denn diese sind vor allem enttäuschte Nationalisten, die die Verschwendung nationaler Ressourcen durch undeutsche Unternehmenspolitik anprangern, am globalen Kapitalismus gerade nicht den weltweiten Siegeszug eines Ausbeutungssystems kritisieren, sondern beklagen, dass sich gute deutsche Unternehmen in internationale Konzerne verwandeln. Damit kommen gute Demokraten in Schwierigkeiten, entdecken sie doch bei der unerwünschten Konkurrenz Einvernehmen mit dem eigenen höchsten politischen Ziel: Dem Erfolg der Nation, um Deutschland ökonomisch und politisch voran zu bringen. Und so verkommen Verbotsdebatten, Enttarnungen und Steckbriefe sowie die Warnung, dass der Schoss noch fruchtbar sei, zu einer Ehrenrettung von Nationalbewusstsein – zum Segen des demokratisch regierten Kapitalismus. Daran sollte man sich wirklich nicht beteiligen.

Referent: Prof. Dr. Freerk Huisken

Ort: Universität Jena, Carl-Zeiss-Str. 3, Hörsaal 7
Zeit: 03.07.2012, (Dienstag), 19:00 Uhr