Archiv der Kategorie 'GegenStandpunkt'

Diskussionsveranstaltung in Erfurt am Montag, den 01.06.2015: Der erste LINKE-Ministerpräsident Deutschland – Drei Lehren über Wählen und Regieren im Demokratischen Rechtsstaat

Mit Bodo Rammelow ist in der Bundesrepublik Deutschland erstmalig ein Politiker der Partei DIE LINKE ins Amt eines Ministerpräsidenten befördert worden. Vor der Wahl wurde dieses Szenario von Vertretern der konkurrierenden Parteien, der demokratischen Öffentlichkeit und der Person des Bundespräsidenten sorgenvoll problematisiert. Nach der Wahl gaben die Beobachter mehrheitlich Entwarnung: Die Verfassung des demokratischen Rechtsstaates sorge schon dafür, dass keine entscheidende Gefährdung des Gemeinwesens zu befürchtet sei.

Wie das funktioniert und warum es gerade kein Anlass zur Beruhigung oder gar zur Freude ist, wollen wir am kommenden Montag diskutieren. Anhand eines kurzen Artikels aus der Zeitschrift GegenStandpunkt 1-15 ziehen wir folgende Lehren aus der Auseinandersetzung um die Wahl von Rammelow:

1. Wählen heißt sich unterwerfen.
2. Regieren heißt Sachzwänge durchsetzten.
3. „Die Linke“ hat verstanden: Linke Systemkritik gehört in den Bereich der politischer Folklore und hat beim Regieren nichts verloren.

Los geht’s am Montag, den 01.06. um 18:30 Uhr im offenen Bereich des Hausprojektes der Lassallestr. 50, Erfurt (nähere Infos unter: [L50]).

Online: Vortrag und Diskussion in EF, 19.01. und J, 20.01.: Argumente gegen Pegida

Die Audioaufzeichnungen unserer Diskussionsveranstaltungen mit Theo Wentzke “Argumente gegen PEGIDA” stehen jetzt in unserem Downloadbereich zur Verfügung.

Denjenigen, die nicht beide Aufzeichungen hören möchten, ist (wegen besserer Qualität) die Aufzeichnung aus Jena empfohlen.

Vortrag- und Diskussion in Erfurt am 19.01. und in Jena am 20.01.: Argumente gegen Pegida

>> Ankündigungstext <<

Online: Vortrag und Diskussion in Jena am 12.6.: Lehren aus der Ukraine-Krise über den Imperialismus der „Friedensmacht“ EU

Die Audioaufzeichnung des von Werner Schweikert am 12.06.2014 in Jena gehaltenen Vortrages “Lehren aus der Ukraine-Krise über den Imperialismus der „Friedensmacht“ EU” ist jetzt bei archive.org hochgeladen und steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Audioaufzeichungung eines Vortrages von 2010 zur Kritik des Bedingungslosen Grundeinkommens

Ziemlich regelmäßig treffen wir auf unseren Diskussionsveranstaltungen auf Sympatisanten der Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Das BGE gilt als realistisches, weil systemkonformes Rezept gegen die widrigen Lebensumstände der armen Bevölkerungsteile unseres marktwirtschaftlich organisierten Gemeinwesens und besitzt als solches eine ganz besondere Anziehungskraft.
Für die bereits gelaufenen aber auch zukünftige Diskussionen zum Thema dokumentieren wir die Audioaufzeichnung einer ausführlichen und gründlichen Kritik am BGE, vorgetragen von Jonas Köper im Jahr 2010 in Berlin.

Online: Vortrag & Diskussion in Erfurt am 28.11.: „Kritik der Demokratie“

Die Audioaufzeichnung des von Theo Wentzke am 28.11.2012 in Erfurt gehaltenen Vortrages “Kritik der Demokratie” ist jetzt bei archive.org hochgeladen und steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Vortrag- & Diskussion in Jena am 26.11. und Erfurt am 27.11.: Kritik der Demokratie

Kritik der Demokratie

Wer oder was herrscht, wenn Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit herrschen?

1.
Die Demokratie gibt Rätsel auf. Bei Alt und Jung, bei Rechten und bei Linken steht sie in allerbestem Ruf. Man schätzt sich glücklich, in einem demokratischen Staat leben zu dürfen. Diktatur wäre unerträglich. Wo Demokratie fehlt, ist Revolution legitim; Völker in undemokratischen Umständen müssen befreit werden – auch von außen durch westliche Truppen. Demokratie ist ein so hohes Gut, dass sie auch Krieg rechtfertigt.
Im Prinzip jedenfalls. Die Wertschätzung für die feine Staatsform gilt nämlich mehr dem Prinzip als seiner Wirklichkeit: Über reale Wahlen hat der Zeitgenosse eine schlechte Meinung: Er kann „die Parteien kaum unterscheiden“ und „nichts bestimmen“, weil die Gewählten einmal im Amt „sowieso machen, was sie wollen“. Wahlkämpfe verabscheut er, in denen Kandidaten sich in tausend Kleinstädten mal schnell sehen lassen, von Plakatwänden lächeln, Hände schütteln und Kleinkinder küssen; die ganz Alten erinnern sich, dass Kaiser und Hitler, nicht gerade Demokraten, das auch schon konnten. Über seine Abgeordneten, die enorme Diäten kassieren und Bundestagsdebatten schwänzen, die mit der Wirtschaft kungeln und sich nebenher Geldquellen erschließen, denkt der Bürger ebenso schlecht wie über den demokratischen Dialog, den die Medien organisieren: In Talkshows, heißt es, gibt es keine echte Diskussion, da „lassen Politiker nur ihre Phrasen ab“ und üben sich in Selbstdarstellung.
Dennoch, die Wirklichkeit der Demokratie und die schlechte Meinung darüber können ihrem im Prinzip guten Ruf nichts anhaben. Was aber ist ein gutes Prinzip wert, wenn seine Verwirklichung immer enttäuschend ausfällt? Und worin besteht überhaupt das geschätzte Prinzip?

2.
Das griechische Wort Demokratie bedeutet „Herrschaft des Volkes“. Es fragt sich nur, ob da ein genitivus subjectivus oder ein genitivus objectivus vorliegt – oder beides zugleich. Sagen wir, es sei das Volk, das herrscht. Aber über wen? Herrschaft ist ein Verhältnis der Dominierung und des Zwangs, das ein Subjekt und ein Objekt braucht. Bei König und Diktator, bei Oligarchen und Aristokraten ist alles klar: Sie herrschen über das Volk, und das Volk muss gehorchen und ihnen dienen. Aber wenn das Volk herrscht, wer muss dann dienen? Etwa schon wieder das Volk? Und wem dient es? Etwa sich selbst? Verlieren die Worte „Herrschaft“, aber auch „Gehorsam“ und „Dienst“ nicht jeden Sinn, wenn Subjekt und Objekt der Herrschaft identisch sind?
Kürzt sich Herrschaft unter den Bedingungen der Volksherrschaft heraus? Oder verhält es sich in der wirklichen Demokratie mit Subjekt und Objekt der Herrschaft doch komplizierter als das griechische Wort uns sagen will?

3.
Demokraten stören sich nicht an solchen Ungereimtheiten. Sie freuen sich darüber, dass das Volk herrscht, sind aber auch ganz sicher, dass das Volk eine Herrschaft braucht; die auf es aufpasst und es unter Kontrolle hält. Sie halten sich selbst zugleich für Subjekt und Objekt der Obrigkeit und finden es weder seltsam noch kritikwürdig, dass vernünftige Wesen wie sie erst gezwungen werden müssen, ihre Interessen friedlich zu verfolgen. Ihre Interessen? Was für Interessen betätigen sie überhaupt, wenn sie den Gesetzen gehorchen, die im Namen des Volkes erlassen werden? Auch das war bei König und Adel einfacher: Da war Herrschaft nötig, um das Volk zum Dienst an Luxus und Macht der Herrschenden zu zwingen. Das Interesse und sein Mittel lagen klar auf der Hand. Und heute?

Es gibt einiges zu klären über die demokratische Form der politischen Herrschaft; selbstverständlich auch, was sie mit der kapitalistischen Wirtschaftsweise zu tun hat.

Referent: Theo Wentzke

Ort: Universität Jena, Carl-Zeiss-Str. 3, Hörsaal 7
Zeit: 26.11.2012, (Montag), 18:30 Uhr

Ort: Universität Erfurt, Nordhäuser Str. 63, Hörsaal 4
Zeit: 27.11.2012, (Dienstag), 18:30 Uhr

Diskussionsveranstaltung in Jena am 14.11.: „Konsumenten-Ohnmacht“

Konsumenten-Ohnmacht

Gammelfleisch, Kinderarbeit und verseuchte Umwelt. Wer meint, falsches Konsumverhalten hätte das alles bestellt, übernimmt Verantwortung und setzt auf die Macht der Konsumenten. Aber ob nun Gütesiegel, Homegardening oder Askese – bevor man viel Zeit und Geld investiert, sollte man sich versichern, ob dadurch wirklich abgeschafft wird, was einen zu Recht stört. Dazu ist eine Klärung der Rolle des Konsums im Kapitalismus fällig.

Ort: Umweltbibliothek Jena, Schillergäßchen 5
Zeit: 14.11.2012, (Mittwoch), 18:30 Uhr

Zusätzlich empfehlen wir zu diesem Thema den Artikel Ideologien über Konsum und Konsument in der Marktwirtschaft (Gegenstandtpunkt, Heft 2-10).

Vortrag- & Diskussion in Jena am 03.07.12: Neofaschismus

Der demokratische Schoß ist fruchtbar:

Neofaschismus

Wie man ihn kritisiert und wie besser nicht!

Verfassungsschutz, Bundeszentrale für politische Bildung, viele der Volksparteien, aber auch Gewerkschaften und einige Antifa-Bündnisse stellen bei ihrem Kampf gegen Neonazis deren Kleidung vor, decodieren Zahlencodes und benennen rechtsextreme Musiklabels. Diese Art der »Auseinandersetzung« lebt von der Vorstellung, Jugendliche würden sich abwenden, wenn sie nur erkennen könnten, wie Neonazis sich kleiden und welche Mucke sie hören. Weit gefehlt, denn diese sind vor allem enttäuschte Nationalisten, die die Verschwendung nationaler Ressourcen durch undeutsche Unternehmenspolitik anprangern, am globalen Kapitalismus gerade nicht den weltweiten Siegeszug eines Ausbeutungssystems kritisieren, sondern beklagen, dass sich gute deutsche Unternehmen in internationale Konzerne verwandeln. Damit kommen gute Demokraten in Schwierigkeiten, entdecken sie doch bei der unerwünschten Konkurrenz Einvernehmen mit dem eigenen höchsten politischen Ziel: Dem Erfolg der Nation, um Deutschland ökonomisch und politisch voran zu bringen. Und so verkommen Verbotsdebatten, Enttarnungen und Steckbriefe sowie die Warnung, dass der Schoss noch fruchtbar sei, zu einer Ehrenrettung von Nationalbewusstsein – zum Segen des demokratisch regierten Kapitalismus. Daran sollte man sich wirklich nicht beteiligen.

Referent: Prof. Dr. Freerk Huisken

Ort: Universität Jena, Carl-Zeiss-Str. 3, Hörsaal 7
Zeit: 03.07.2012, (Dienstag), 19:00 Uhr

Online: Vortrag & Diskussion in Jena und Erfurt vom 16. und 17.01.2012: „Nee, Marktwirtschaft!“

Die Audioaufzeichnungen der von Dr. Theo Wentzke am 16. und 17.01.2012 in Jena und Erfurt gehaltenen Vorträge “Nee, Marktwirtschaft!” sind jetzt bei archive.org hochgeladen und stehen im Downloadbereich zur Verfügung.

Anmerkung: Da die Veranstaltungen von Begin an als Diskussion angelegt waren und der Referent seine Ausführungen jeweils an den in Erfurt und Jena vom Publikum beigesteuerten unterschiedlichen Stichworten entlang entwickelt hat, dokumentieren wir dieses Mal beide Veranstaltungen.