Diskussionsveranstaltung in Erfurt am Dienstag, den 04.08.2015: Die Katastrophe „Flüchtling“: Global überflüssig gemacht und von den Staaten als Last behandelt

Wenn

– jeden Tag in der Zeitung steht, wie viele Flüchtlinge aus der ‚3. Welt‘ im
Mittelmeer ertrinken, und von Millionen Wartenden die Rede ist, die auf ein
Schlepper-Ticket nach Europa hoffen;

– die Auffanglager überfüllt sind und laufend Nachschub aus ‚Armutsregionen
und Krisengebieten‘ in Afrika oder Nahost erhalten, in denen die Überlebenschancen
der Leute offenbar gering sind;

– jährlich Hunderttausende sich trotz der großen Gefahren auf die Staatsgebiete
der EU-Länder durchschlagen und zuständige Politiker beteuern, diese Massen
‚beim besten Willen nicht aufnehmen zu können‘;

– die Asylpolitiker reicher Länder das Urteil der ‚Unbrauchbarkeit‘ bzw. ‚Last‘
bestätigen, das die Heimatstaaten fällen, angesichts des unaufhaltsamen Zustroms
aber auch manche Asylbewerber aufnehmen;

dann

– ist das kein Zeugnis ‚unterlassener Hilfeleistung‘ durch die EU, sondern ein
verheerendes Urteil über globale Zustände, in denen es immer mehr Menschen
gibt, die auf die Rettung ihres nackten Lebens und humanitäre Hilfe angewiesen
sind;

– ist das kein Dokument ‚verfehlter Entwicklungspolitik des Westens‘, sondern
ein Fingerzeig darauf, dass solch hoffnungslose Lebensverhältnisse zur
herrschenden Weltordnung dazugehören;

– ist das ein Hinweis darauf, dass diese Massen in diesem kapitalistischen System
‚zu viel‘ sind und der Befund der Überflüssigkeit von allen Zielstaaten an ihnen
vollstreckt wird;

– stellt sich die Frage, wofür und gemessen woran sie überflüssig sind.

Oder:

Auf welchen Kalkulationen beruht die Entdeckung, dass einige dieser Figuren
doch ganz brauchbar wären?

Los geht’s diesmal am Dienstag, den 04.08. um 18:30 Uhr im offenen Bereich des Hausprojektes der Lassallestr. 50, Erfurt (nähere Infos unter: [L50]).