Archiv für November 2014

Diskussionsveranstaltung in Erfurt am 18.11.: das Grundeigentum und der Wohnungsmarkt (Fortsetzung)

Anschließend an den Ergebnissen der letzten Diskussion, wollen wir noch folgende Fragen mit euch klären:

Warum und Wofür greift der Staat in den Grundstücks- und Wohnungsmarkt ein?
Wie regelt der Staat den Wohnungmarkt?
Wie bildet sich der Verkaufspreis für ein Stück Boden?
Was betreiben Immobiliemakler, wenn ihnen „Gentrifizierung“ vorgeworfen wird?
Das Eigenheim: Was ist das für eine Alternative zur Mietwohnung?

Zur Vorbereitung und als Leitfaden in der Diskussion soll diese Vortragsgliederung dienen.
Los geht’s wieder um 19:00 Uhr im offenen Bereich des Hausprojektes der Lassallestr. 50 (nähere Infos unter: [L50]).

PS: Selbstverständlich kann man auch teilnehmen, wenn man den ersten Termin verpasst hat. Wir werden zu beginn eine kurze Wiederhohlung des letzen Termins machen, damit alle auf dem gleichen Stand sind.

Diskussionsveranstaltung in Erfurt am 4.11.: das Grundeigentum und der Wohnungsmarkt

Ein Stück Boden braucht jeder. Industrielle benötigen ihn als Standort für eine Fabrik, Private als Unterlage für eine Behausung. Merkwürdig ist die Verteilung der Erdoberfläche in einem modernen Staat: Viele haben nichts, einige wenig, einige wenige ganz viel davon.

Wie machen Grundeigentümer aus einem bloßen Flecken Erde Geld? Produktionskosten fallen dafür ja nicht an, und Pacht oder einen Grundstückspreis erzielt auch das gänzlich unbebaute Gelände.

Wie vollzieht sich die Preisbildung für dieses Gut? Die Erfahrung lehrt so viel: Schöne Lagen sind für den gewöhnlichen Wohnungssuchenden meistens nicht bezahlbar, bezahlbare Lagen selten schön. In guten Vierteln mit pittoresker Bausubstanz machen sich Banken, Verwaltungen und Kommerz breit. Der Rest bevölkert Wohnblocks, am Ende gar in Problemvierteln.

Der Sozialstaat anerkennt die allgemeine Notlage, die die Grundeigentümer damit unter der arbeitenden Bevölkerung anrichten. Mit Mietrechtsgesetzen verhindert er keine Erhöhung der Mieten, sondern er dosiert ihren Anstieg und weist ihm einen rechtskonformen Weg. Und bevor der Staat seinen Grundeigentümern angesichts mangelhafter Zahlungsfähigkeit der proletarischen Kundschaft einen Einnahmeverzicht zumutet, springt er selbst mit Wohngeld und anderen Mietzuschüssen ein.

So ist die elementare Frage nach einem Dach über dem Kopf auch nach 150 Jahren kapitalistischen Wachstums nicht erledigt. Warum das so ist, wird erläutert auf unserer Diskussionsveranstaltung.

Los geht’s wieder um 19:00 Uhr im offenen Bereich des Hausprojektes der Lassallestr. 50 (nähere Infos unter: [L50]).

PS: Zur Vorbereitung auf die Veranstaltung empfehlen wir den Vortrag „Wohnungsnot und Mietpreisexplosion – Die Wohnungsfrage im Kapitalismus“ .