Archiv für Juli 2014

Diskussionveranstaltung in Erfurt am 29.07.: Korruption in der Politik – normal, verboten, notwendig

Als polititische Erklärungen für Rückschläge im Arbeits- und Privatleben rangieren ganz weit oben Vorstellungen wie: die Herrschenden sind doch eh alle gekauft, kümmern sich nur um sich selbst und wirtschaften sich einzig in die eigenen Taschen.
Bestätigung finden solche Vorstellungen in den Medien, die Korruptionsskandale aufdecken und Politikern Charakterschwäche attestieren.

Wir wollen klären:

Woran scheidet sich Amtsge- und -missbrach?
Was ist Lobbyismus?
Was ist der Unterschied zwischen Parteispenden und Bestechung?
Wie erklären sich Privilegien wie Diäten, Pensionen und Immunität hochrrangiger Beamter?

Los geht’s am Dienstag wieder um 19:00 Uhr im offenen Bereich des Hausprojektes der Lassallestr. 50 (nähere Infos unter: [L50].

In Vorbereitung auf die Veranstaltung empfehlen wir die Texte „Korruption in der Politik“ und „Leserbrief zur ‚Un-Demokratie‘ westlicher Staaten“.

Diskussionveranstaltung in Erfurt am 15.07.: Wahnsinn Wachstum …

Endlich, heißt es, wird es 2014 nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa wieder Wachstum geben. Ohne Wachstum ist Krise, ohne Wachstum wächst die Arbeitslosigkeit, sind Renten und Sozialkosten nicht zu finanzieren und die Normalbürger werden ärmer. Nur wenn die Wirtschaft wächst, gibt es Arbeit und Lohn, bleiben Renten und Gesundheit bezahlbar. So schreiben es nicht nur wirtschaftsfreundliche Ideologen, so ist es auch.
Es lohnt sich, sich die Absurdität dieser Wahrheit vor Augen zu stellen: Das Leben der ganzen Gesellschaft hängt davon ab, dass die Wirtschaft immerzu wächst. Alles, was übers Jahr gearbeitet, produziert und verkauft wird, ist witzlos, verfehlt sein eigentliches Ziel, wenn es nicht mehr ist, als im Jahr vorher. Die Gesellschaft ist darauf angewiesen, immer mehr zu produzieren und immer mehr zu arbeiten. Nur wenn immer mehr Menschen immer mehr arbeiten, herrschen die sogenannten goldenen Jahre des Kapitalismus.
Dabei kann niemand so recht sagen, was eigentlich fehlte, wenn nur genau so viel wie letztes Jahr produziert und konsumiert werden würde. Ob Bedarf nach einem Mehr an Autos, Handys, Waschmaschinen usw. besteht, ist sehr zweifelhaft. Aber auch diese Branchen müssen immer weiter wachsen! Es geht eben nicht um einen bestimmten Mangel und seine gezielte Überwindung, wenn es um Wachstum geht.
Umgekehrt kann in der Gesellschaft, die Wachstum zum oberstes Ziel der Wirtschaft erklärt, niemand mit Bedürfnissen und Nöten ankommen, die nicht befriedigt werden: Mehr Kindergartenplätze, mehr Lehrer, mehr Altenpfleger braucht es sehr wohl. Diese Sektoren sollten vielleicht schon wachsen. Aber sie dürfen nicht: Denn das, was in ihnen an Leistung erbracht und an Bedarf gestillt wird, zählt nicht zu dem Wachstum, auf das es ankommt, sondern geht auf seine Kosten.
So einfach ist es also nicht mit dem absurden Imperativ: Nicht alles darf wachsen, wenn die Wirtschaft wachsen soll. Es ist also erst noch zu klären, was die Sache ist, von deren Wachstum unser aller Leben abhängt.

Los geht’s wieder um 19:00 Uhr im offenen Bereich des Hausprojektes der Lassallestr. 50 (nähere Infos unter: [L50].

In Vorbereitung auf die Veranstaltung kann diesesmal der Vortrag „Der Wahnsinn des kapitalistischen Wachstums – und der Unsinn bürgerlicher Wachstumskritik“ gehört werden.