Archiv für Mai 2011

Vortrag- & Diskussion in Erfurt am 07.06.11 und in Jena am 08.06.11: Atomkraft im nationalen Energiemix

Ort: DGB-Büro „Filler“,Erfurt, Schillerstr. 44 (Hinterhaus)
Zeit: 07.06.2011 (Dienstag), 19.30 Uhr

Ort: Universität Jena, Carl-Zeiss-Str. 3, Hörsaal 7
Zeit: 08.06.2011 (Mittwoch), 19.30 Uhr

Referent: Manfred Freiling

Warum auch der jüngste Supergau nichts an der Kalkulation mit dem Risiko ändert!

„Fukushima hat bewiesen, wie tödlich die Gefahr ist, die von Atomkraftwerken ausgeht!“ Das ist die Lehre von Kritikern, die vor allem den verantwortlichen Politikern ans Herz gelegt wird, damit die endlich die AKW’s abschalten.
Für diesen Nachweis soll es die ‚Havarie‘ in Fukushima gebraucht haben? Nach Harrisburg und Tschernobyl soll in politischen Kreisen Ahnungslosigkeit über das nukleare Gefahrenpotenzial herrschen? Seit über vierzig Jahren verhallt die Warnung vor dem atomaren Risiko ergebnislos, weil Staaten die Gefahr kennen, die sie in Gang setzen. Sie kalkulieren ja damit, wenn sie sie zu einem „Restrisiko“ erklären, das in Kauf zu nehmen ist. Und ein Risiko bleibt auch dann real, wenn man es mit dem Euphemismus „Rest-“ klein redet.
Statt verfehlter Warnungen sind nach Fukushima ein paar Antworten auf die folgenden Fragen fällig:

1. Was ist von einer Technik zu halten, bei der ein Störfall nicht das Ende der Leistung, sondern den Einstieg in die Katastrophe bedeutet?

2. Worin besteht die „Vernunft“ einer Wirtschaft, die für ihr fortwährendes Wachstum einen steigenden Energiebedarf durch Kernspaltung deckt, also durch ein Verfahren, das schon im störungsfreien Normalbetrieb die Bevölkerung verstrahlt und im Extremfall in großem Stil über Leichen geht?

3. Welche Ziele sind einem Staat das zivile nukleare Risiko wert, das wie jetzt in Japan große Teile seiner „Humanressource“ und seines Geländes, also seine eigene Machtbasis, auf Jahrzehnte so unbrauchbar macht, wie es sonst nur Kriege vermögen?

4. Wie ist Merkels „Zäsur nach Fukushima“ zu beurteilen, wenn sie aus der „Erfahrung der Unbeherrschbarkeit“ der Atomtechnik den Schluss auf die Abschaltung des „Unbeherrschbaren“ verweigert und stattdessen eine Sortierung nach vermeintlich sicheren und unsicheren Reaktoren in Auftrag gibt?

5. Was ist vom deutschen Umstieg auf alternative Energiequellen zu halten, wenn er mindestens das leisten muss, was bislang Kernreaktoren für die nationale Energiepolitik erbracht haben, und wenn für seine Anschubfinanzierung ausdrücklich die „Brückentechnologie“ Kernkraft wegen Milliardeneinnahmen noch bis auf weiteres genutzt werden soll?

Was auch immer eine von der Regierung zur Atomfrage einberufene Ethikkommission vermelden mag, soviel steht fest bei all dem „Umdenken“: Wenn eine vermutlich verringerte Reaktorzahl über eine womöglich stärker begrenzte Restlaufzeit weiterstrahlt, ist das im Entsetzen über Fukushima als „unvertretbar“ erkannte Risiko sicher wieder voll vertretbar.

Ein paar ganz unübliche Lehren aus der Nuklearkatastrophe in Fukushima referiert Manfred Freiling von der Redaktion der politischen Vierteljahreszeitschrift GegenStandpunkt.

Online: Vortrag & Diskussion in Erfurt am 02.05.2011: „Der Fall Guttenberg. Geistiges Eigentum und andere Unsitten der bürgerlichen Universität“

Die Audioaufzeichnung des von Dr. Theo Wentzke am 02.05.2011 in Erfurt gehaltenen Vortrages “Der Fall Guttenberg. Geistiges Eigentum und andere Unsitten der bürgerlichen Universität” ist jetzt bei archive.org hochgeladen und steht im Downloadbereich zur Verfügung.