Archiv für Mai 2010

Vortrag- & Diskussion in Jena am 03.06.10: Krieg und Frieden – Zwei Seiten einer Medaillie: Die Konkurrenz der Staaten um Weltmarkt und Weltmacht

Ort: Universität Jena, Carl-Zeiss-Str. 3, Raum 4.119,
Zeit: 03.06.2010, (Donnerstag), 18.00 Uhr

Referent: Manfred Freiling

Im Jahr 2009 beehrt das Nobelpreiskomitee den US-Präsidenten Obama mit dem global wichtigsten Friedenspreis: Also den Chef jenes Staates, der alleine mehr als die Hälfte der weltweiten Ausgaben für Waffen, Munition und Soldaten tätigt, der in zwei größeren Kriegen engagiert und gerade dabei ist, im Jemen eine neue Front zu eröffnen.
Ist das nun ein gigantischer Missgriff der Osloer Jury, ein Hohn auf den edlen Frieden? Oder vielleicht doch keine so schlechte Wahl und eine Offenbarung über den hoch geschätzten Frieden? Seit Jahrhunderten betet die von Kriegen bedrohte Menschheit in Kirchen und Moscheen für den Frieden, demonstrieren Friedensbewegte und dichten Dichter für ihn. In der Welt ihrer Wünsche ist er das absolute Gegenteil von Krieg – der gute, zivilisierte Zustand zwischen den Nationen.
Und in der Wirklichkeit? Da „bricht Krieg aus“, mitten im Frieden und infolge der friedlichen Konkurrenz zwischen den Staaten. Wenn sie Krieg führen, andere Staaten zerstören, Städte kaputtbomben und deren Einwohner umbringen, dann selbstverständlich, um Frieden zu schaffen – einen neuen, sicheren, besseren. In der politischen Wirklichkeit sind Krieg und Frieden gar nicht der Gegensatz von Gut und Böse, sie gehören vielmehr zusammen und sind 2 Seiten derselben Medaille: der Außenpolitik der kapitalistischen Staaten.
So geht der Nobelpreis schon an die richtige Adresse: Es sind dieselben regierenden Herrschaften, die ihren Völkern mal Krieg, mal Frieden servieren; die Kriegsgründe entstehen in Friedenszeiten, wann denn sonst; und nur wer Krieg führen kann, kann Frieden schaffen!
Der Vortrag wird im Detail ausführen, wie die beiden Alternativen der Außenpolitik zusammengehören.
1. Krieg oder Frieden erscheint vom Standpunkt der Betroffenen als unmittelbarer Gegensatz.
2. Der Gewaltbedarf der kapitalistischen Geschäftemacherei nach innen und nach außen
3. Der ganze friedliche Handel wird begleitet von und beruht auf ständiger Macht-Konkurrenz der Staaten.
4. Warum der Ruf nach Friedenspolitik so untauglich gegen Krieg und Kriegsvorbereitung ist.

(die Veranstaltung ist gefördert durch die RLS Thüringen e.V.)