Archiv für Februar 2010

Diskussionsveranstaltung in Erfurt am 25.02.2010: Bildungsstreik 2009ff – Der Staat effektiviert die Ressource Bildung und Schüler und Studenten streiken: für ihr Ideal davon

Schüler, Azubis und Studenten bekommen „Leistungsdruck“ zu spüren; sie erfahren, dass ihre Studienzeit durch Studiengebühren teurer mit „Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung“ ungemütlicher wird – und diese Unzufriedenheit ist absolut verständlich. Bemerkenswert ist, welche Überlegungen sie aus ihrer Unzufriedenheit darüber folgen lassen, mit was für einer Veranstaltung sie es da zu tun haben, welchem Zweck also ihr Ärgernis geschuldet ist. Anstatt das Bildungswesen zu kritisieren, stellen sie sich neben die schlechte Realität des Bildungswesens und halten ihr einfach die eigene Idealvorstellung von einem guten Bildungswesen entgegen, in der sie vom real existenten alles abgezogen haben, was sie stört. Ihre Gegnerschaft zum wirklichen Bildungswesen führen sie mit dem Vorwurf, dass es höhere Werte missachte, denen Bildung eigentlich zu entsprechen hätte. Die beklagte Wirklichkeit nehmen sie nur zur Kenntnis als Abweichung von einem jahrhundertealten, von ihnen selbst so genannten Bildungs-Ideal – also von etwas, das eingestandenermaßen noch niemals irgendwann als Leitfaden für die Praxis der Bildung Gültigkeit hatte.
Wir laden ein zu eine kritischen Besichtigung der Bildung, wie sie hier und heute staatlicherseits organisiert wird und zur Diskussionen der Diagnosen und Forderung der Bildungsstreikenden. Die Behauptung, für die wir in der Veranstaltung den Beweis führen werden, lautet: Die Forderungen der Bildungsstreikenden enthalten – selbst bei ihrer Verwirklichung gegen die aktuellen Maßnahmen der Bildungspolitik – keinen Segen für den Nachwuchs einer bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft.

am 25 Februar 2010, 19:00 Uhr,
DGB-Jugendbüro „Filler“, Schillerstraße 44, Erfurt