Archiv für Mai 2009

Vortrag- & Diskussion in Erfurt am 11.06.09: Was die Weltwirtschaftskrise über den Kapitalismus lehrt

Ort: Cafe DuckDich, Allerheiligenstr. 20/21, Erfurt
Zeit: 11.06.2009 (Donnerstag), 19.30 Uhr
Referent: Dr. Theo Wentzke

Seitdem die Finanzmärkte zusammenbrechen und die Realwirtschaft in bisher ungekanntem Tempo schrumpft, kommt der Kapitalismus ins Gerede. Leider sehr verkehrt.
Bewegt von der Sorge, dass der Kapitalismus nicht mehr als Lebensgrundlage des Landes und seiner arbeitenden Massen funktioniert, und voll der Sehnsucht, dass er wieder funktionieren möge, interessiert sich kaum jemand dafür, was für ein Wirtschaften da eigentlich – auch und gerade in der Krise – funktioniert.
Wer sich dagegen etwas Aufklärung über das Wie und Wofür „unserer Wirtschaft“ verschaffen will, dem bieten wir mit dem Vortrag und der anschließenden Diskussion die Gelegenheit.

Ausführlicher Ankündigungstext: hier

Rolf Röhrigs diese Woche in Erfurt gehaltener Vortrag “Die Moral und ihre großen Werte – nichts wert” bei archive.org

Den Mitschnitt der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in Erfurt mit Rolf Röhrig vom GegenStandpunkt-Verlag zum Thema “Die Moral und ihre großen Werte – nichts wert” kann man jetzt bei archive.org downloaden.

Vortrag- & Diskussion in Erfurt am 25.05.09: Die Moral und ihre großen Werte – nichts wert!

Ort: Offene Arbeit Erfurt, Allerheiligenstr. 9
Zeit: 25.05.2009 (Montag), 19.30 Uhr
Referent: Dr. Rolf Röhrig

Die Moral gilt als hohes Gut, das die Menschen im Unterschied zum Tierreich als Krone der Schöpfung adelt. Merkwürdigerweise ist sie aber nie recht vorhanden, weil die Welt eigentlich nur von gierigen Managern, korrupten Politikern, egoistischen Singles und faulen Arbeitslosen bevölkert ist. Nicht zu vergessen die unhöflichen Kinder, die nie grüßen. Die Welt ist also voller Lumpen. Eine Ausnahme kennt freilich jeder: sich.

Das ist nur eine der vielen selbstgerechten Dummheiten des moralischen Bewusstseins, das für jeden Schaden, den das kapitalistische Gemeinwesen seinen Insassen auflädt, ein und dieselbe falsche Erklärung parat hält: Das schlechte Benehmen der Menschen ist schuld, die sich einfach nicht an Moral und Anstand halten. Wären alle so tugendhaft wie man selbst, wäre die Welt in Ordnung und jeder hätte sein Auskommen. Das Anspruchsdenken, sonst heftig im Volk bekämpft, wird auf dem Feld der moralischen Tugenden von Politikern, Wirtschaftskapitänen und Pastoren kräftig angestachelt. Anstand kann ein Mensch gar nicht genug haben! Für das politische Gemeinwesen stiftet die Moral offenbar einen erheblichen Nutzen. Für die Millionen kleiner Leute, die unter seine Räder kommen, taugt sie nichts.

Der Vortrag will nicht nur den Begriff der Moral erläutern, sondern einmal die viel gepriesenen Tugenden höchstselbst auf den Prüfstand stellen. Was taugen eigentlich Fleiß, Sparsamkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Altruismus und Höflichkeit?

Soviel sei vorweggenommen: Die Kritik an so großen Werten wie Ehrlichkeit oder Altruismus ist kein Plädoyer für die Umkehrung, also für Unehrlichkeit oder Egoismus, sondern ein Einwand gegen den marktwirtschaftlichen und demokratischen Sumpf, auf dem das falsche moralische Bewusstsein gedeiht.